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Pressemitteilung

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 DAZ: Islam ist wichtiger Bestandteil der deutschen Gesellschaft

 

Deutsche Islamkonferenz soll zu sachlicher Diskussion zurückkehren

 

Das Deutsch-Arabische Zentrum (DAZ) ist empört über die unverantwortlichen Äußerungen unseres Bundesinnenministers Hans-Peter Friedrich (CSU) auf der Deutschen Islamkonferenz. Sein öffentliches Festhalten an der Meinung, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, dient nicht dem Ziel, Minderheiten mit muslimischem Migrationshintergrund in die deutsche Gesellschaft zu integrieren. Nicht zuletzt widerspricht er damit sogar Äußerungen seines Amtsvorgängers Thomas de Maiziere (CDU) sowie des Bundespräsidenten Christian Wulff.

 

Auch Friedrichs Forderung, die Muslime sollten sich im Interesse der Terrorismus-Bekämpfung zunächst eindeutig zu einer Sicherheitspartnerschaft mit den Behörden bekennen, ist an dieser Stelle unangebracht. Sie stellt damit die in Deutschland lebenden Menschen muslimischen Glaubens geradezu unter Generalverdacht, islamischen Extremismus zu tolerieren oder sogar mit ihm zu sympathisieren. Doch es ist sehr gefährlich, den Islam mit Islamismus in Verbindung zu bringen oder gar gleich zu setzen. Die Islamkonferenz darf nicht als ein neues Instrument der Sicherheitspolitik genutzt werden.

 

Die Äußerungen des Bundesinnenministers erschweren die Bemühungen, Vertrauen zwischen der deutschen Mehrheitsgesellschaft und den in Deutschland lebenden Muslimen zu schaffen. Sie rütteln gefährlich an den Grundlagen des ohnehin schwierigen und mit viel Mühe verbundenen Prozesses des Vertrauensaufbaus zwischen der Mehrheitsgesellschaft und den in Deutschland lebenden rund sechs bis sieben Millionen Muslimen.

 

Vielmehr geben solche Äußerungen all denen Auftrieb, die sich auf Seiten der Muslime einem Dialog von vornherein verweigert haben. Zugleich öffnen sie aber auch rechtsradikalen Hetzkampagnen gegen Muslime wieder Tor und Tür.

 

Ein Boykott der Islamkonferenz, wie er von der SPD gefordert wurde, ist jedoch keine Lösung. Vielmehr müssen wir jetzt erst recht an dem mit viel Mühe zustande gekommenen Dialog festhalten. Darum wäre es zu begrüßen, wenn künftig eine noch ein weit größere Anzahl von muslimischen Vereinen und Organisationen an der Islamkonferenz beteiligt sein würde, um sicherzustellen, dass alle muslimischen Glaubensrichtungen an dem Dialog beteiligt sind.

 

Nahe liegt der Verdacht, Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich wolle die Islamkonferenz als Plattform zu nutzen, sich als ein „Hardliner“ zu profilieren. Das Deutsch-Arabische Zentrum, eine Einrichtung von 14 arabischen Vereinen und dem Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerk (EJF) in Berlin-Neukölln, warnt eindringlich davor, die bislang erreichten Fortschritte zunichte zu machen und fordert alle Beteiligten der Islamkonferenz zu einer Rückkehr zum sachlichen Dialog auf. Dazu zählen beispielsweise die konsequente Umsetzung des von der Deutschen Islamkonferenz entwickelten Leitfadens „Dialog – Öffnung – Vernetzung“, der Kommunen, kommunale Akteure und islamische Gemeinden für Fortbildungsprojekte gewinnen soll, ebenso wie die gesellschaftliche und sprachliche Fortbildung von Imamen sowie Vorstandsmitgliedern und weiteren ehrenamtlichen Personen islamischer Gemeinden.

 

 

Berlin, den 31.04.20111